Link verschicken   Drucken
 

Achslach in der Zeit der bayerischen Reformen

Achslach und seine nähere Umgebung in der Zeit der umfassenden Neuordnung Bayerns im 19. Jahrhundert, hier auf dem topografischen Atlasblatt Mitterfels von 1820. − Foto: Ebner

 

Achslach. Auch nach der 900-Jahr-Feier setzt der Viechtacher Bayerwald-Bote im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres und darüber hinaus seine Serie über Achslach fort und blickt in einer Reihe von Berichten weiter auf die Geschichte des Ortes.

Der letzte geschichtliche Beitrag beschäftigte sich mit der Bildung von Hauptmannschaften und Ämtern als Vorläufer der späteren Gemeinden. Mit der Bildung von Steuerdistrikten widmet sich der Viechtacher Bayerwald-Bote in der heutigen Ausgabe Achslach zu Zeiten der territorialen Entwicklung Bayerns im beginnenden 19. Jahrhundert.

Als Kurfürst Karl-Theodor von Kurpfalz-Baiern 1799 kinderlos starb, wurde Kurfürst Max IV Joseph (ab 1806 König Maximilian I.) sein Nachfolger. Er übernahm ein stark verschuldetes Land, dessen Verwaltungsstrukturen und Beamtentum reformbedürftig waren und demnach ein schweres Erbe für den neuen bayerischen Herrscher und seine "rechte Hand", Minister Maximilian Joseph Graf von Montgelas.

Insbesondere Montgelas – dem die Säkularisation der Kirchgüter herbe Kritik einbrachte – repräsentierte wie kaum eine andere Persönlichkeit die jüngere bayerische Geschichte und gilt als Begründer unseres heutigen, modernen Bayern.

Mit der umfassenden Neuordnung der altbayerischen Kreis- und Landgerichte ab 1802 begann eine Zeit des beispiellosen Umbruchs. Nachdem Bayern 1806 von Napoleons Gnaden Königreich wurde, erfolgte schon bald (1807/08) die Festsetzung einer neuen Grundsteuer, zu deren Durchführung die Landgerichte in Steuerdistrikte (Steuergemeinden) eingeteilt werden mussten. Ohne Rücksichtnahme auf die Pfarrsprengel ließ man sich dabei von den ehemaligen Obmannschafts-Einteilungen (Hauptmannschaften) leiten. Die Einteilung des Landgerichts Viechtach erfolgte in 32 Steuerdistrikte.

Im Raum Achslach wurden zwei Steuerdistrikte gebildet: Achslach (ehemalige Hauptmannschaften Achslach und Kogl) sowie Lindenau (ehemalige Obmannschaften Lindenau, Frath, Grün und Randsburg).

Das Dorf Lindenau wurde wohl deshalb als Steuerdistrikt vorgesehen, weil es die anderen Orte nicht nur in der Einwohnerzahl weit übertraf, sondern wegen des Privilegs als einstige Hofmark.

Mit der Steuerdistrikteinteilung sollte die Bildung der Gemeinden Hand in Hand gehen. Auf die Erlasse der Gemeindeedikte von 1808 und 1818 bis hin zur Gemeindegründung Achslach wird der Viechtacher Bayerwald-Bote in einer der nächsten Ausgaben berichten.− eb