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Eine Tür in die Wälder an Predigtstuhl und Hochberg

Der Forstwirtschaftsweg Hochbergweg erschließt über 60 Hektar Privat- und Staatswald

 

Auf dem Rohplanum: Revierförster Alfons Scherer und 1. Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner bei der Baustellenbesprechung des Hochbergweges; deutlich sichtbar ist das Uhrglasprofil des Wegekörpers, das Niederschlagswasser seitlich in Graben und Waldbestand ablaufen lässt. Das Rohplanum sollte jetzt nicht mehr mit Traktoren und Maschinen befahren werden, um Spurschäden zu vermeiden. − Foto: Schaffner

 

Achslach. Auf zwei Kilometer Länge zweigt er vom bestehenden Forstwirtschaftsweg Schusterstein-Waldhof-Weg ab und endet an der Grenze zum Wasserschutzgebiet Viechtach Kugelstatt mit einer Wendeplatte: der neue Hochbergweg.

Die 1. Bürgermeisterin der Gemeinde Achslach, Gaby Wittenzellner, hat zusammen mit Revierleiter Alfons Scherer und Bereichsleiter Stefan Schaffner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regen die Baustelle besichtigt. Die Bauträgerschaft für das Gemeinschaftswerk der 26 beteiligten Waldbesitzer hatte die Gemeinde Achslach übernommen.

Für die Waldbesitzer wird der Weg nach Fertigstellung im Frühjahr 2017 die Tür zum eigenen Wald. Der Weg bindet die angeschlossenen Waldparzellen ans öffentliche Wegenetz an und erleichtert damit eine pflegliche und sichere Waldarbeit. "Ein Wald ohne Weg ist nämlich wie ein Haus ohne Tür". Für Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner und Alfons Scherer versinnbildlicht dieser Spruch viel Wahrheit.

Wenn Maschinen und Technik zum sicheren Arbeiten im Wald lange Strecken über schlechte Zufahrten fahren müssen, wird die ohnehin schwere und gefährliche Waldarbeit zur Tortur für Mensch, Maschinen und nicht zuletzt für Waldbestand und Waldboden. Eine bedarfsgerechte und landschaftsangepasste Erschließung der Wälder mit Forstwirtschaftswegen steht deshalb für Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner außer Frage.

Für Revierförster Alfons Scherer und Stefan Schaffner ist ohne bedarfsgerechte Walderschließung eine naturnahe Waldbewirtschaftung nicht möglich. Einzelne oder mehrere Bäume werden geerntet, die benachbarten Bäume bekommen dann mehr Licht und Wasser zum Wachsen ebenso wie der Jungwuchs. Unter dem Schirm der Altbäume, die nach und nach geerntet werden, wächst bereits die nächste Waldgeneration stattlich heran. Dieses kleinteilige, aber beständige, regelmäßig wiederkehrende Vorgehen führt dazu, dass strukturreiche und gemischte Wälder mit Naturverjüngung entstehen. "Will man naturnah wirtschaften, darf man dem Wald keine Ruhe lassen", bringen es die Förster Alfons Scherer und Stefan Schaffner auf den Punkt – und dies soll gezielt und mit mäßigen, aber regelmäßigen Eingriffen geschehen.

Für Bürgermeisterin Wittenzellner und die beiden Förster und ist der aktuelle Baustellencharakter beim Wegebau und eine naturnahe Waldbewirtschaftung kein Widerspruch. "Der Weg wird nach fachlichen Standards gebaut, er muss auf Dauer schwerlastfähig sein und die Gräben und Durchlässe sind so angelegt, dass Niederschlagswasser und seitlich zuströmendes Wasser schnellstmöglich und auf kürzestem Weg wieder zurück in die Waldböden gelangt und versickert", so Alfons Scherer, der mit der Bauleitung die Baustelle fachlich verantwortet. Aktuell wird das Rohplanum durch Raupe und Bagger fertig gestellt, das den Winter über liegt.

Nach Schüttung der Trag- und Deckschicht und Grader- und Walzeneinsatz wird der Weg 2017 fertig gestellt sein. Im nächsten und übernächsten Jahr haben sich Graben- und Böschungsbereiche begrünt und der Weg fügt sich durch seine landschaftsangepasste Bauweise in die umliegenden Waldbilder ein. Landschaftsangepasst heißt, dass die Wegetrasse so gewählt wird, dass große Erdbewegungen nicht notwendig werden, sensible Bereiche wie Nassstellen und naturschutzfachlich wertvolle Bereiche ausgespart werden, der Wasserschutz stimmt und gleichzeitig die Wegetrasse die bestehende Flurstückssituation optimal erschließt, das heißt die Waldbesitzflächen direkt an den Weg anbindet. Jeder Forstweg und sein Trassenverlauf ist damit ein Gemeinschaftsprojekt der beteiligten Waldbesitzer, deren Wald erschlossen wird, der Gemeinden, die regelmäßig die Bauträgerschaft übernehmen, der beteiligten Fachverwaltungen, die zum Beispiel wasser- und naturschutzfachliche Belange einbringen und der Bayerischen Forstverwaltung, die mit ihren Förstern auf der Fläche alle Beteiligten zusammenbringen und Bauleitung und Förderabwicklung tragen.

Diese Gemeinschaftsprojekte leben vom Engagement und Einsatz der Revierförster, der konstruktiven Haltung der beteiligten Fachverwaltungen, der positiven Haltung der Gemeinden zu Wald und Forstwirtschaft und dem Willen der beteiligten Waldbesitzer. "Die Waldbesitzer im Raum können sich auf eine im Wegebau versierte Mannschaft in den Forstrevieren und am Amt verlassen, die mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl Forstwege bauen und als Team zusammenstehen", ist Bereichsleiter Stefan Schaffner stolz auf die Mitarbeiter. Ausdrücklich bedankt sich Schaffner für die konstruktive Haltung der Mitarbeiter im Wasserwirtschaftsamt und der Naturschutzverwaltung, an praktikablen Lösungen mitzuwirken, und er hebt das Engagement aller 24 Gemeinden, Märkte und Städte im Landkreis Regen hervor, sich für nachhaltige Waldbewirtschaftung, Forstwirtschaft und Holzverwendung einzusetzen und auch bei Forstwegeneubau und Forstwegeunterhalt zusammen mit den Waldbesitzern an einem Strang zu ziehen.

Die beteiligten Waldbesitzer, die Bayerische Staatsforsten, die Gemeinden und der Freistaat Bayern werden insgesamt über 150000 Euro in den Forstweg investieren. Für die beteiligten privaten Waldbesitzer gibt es aufgrund der Höhenlage über 900 Meter einen hohen Zuschuss durch die Forstwegeförderung des Freistaats Bayern. Öffentliches Geld, das gut investiert ist, spricht sich Gaby Wittenzellner auch im Namen des gesamten Achslacher Gemeinderates für die Fortführung der Forstwegeförderung aus. "Die Gemeinde Achslach ist wie unser Landkreis mit über 65 Prozent Waldanteil eine der waldreichsten Regionen in ganz Deutschland. Forstwege sind für uns Gemeinden die Tür zum Wald auch für unsere Bürger und für unsere Urlaubsgäste", so Gaby Wittenzellner. Alle haben etwas davon, wenn unsere Waldheimat zugänglich ist. − vbb

Forstwege im LandkreisIm Landkreis Regen konnten seit 1967 rund 12, 8 Millionen Euro in den Forstwegebau investiert werden, wobei rund 8,3 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern durch die Bayerische Forstverwaltung bereitgestellt wurden und 4,5 Millionen Euro als Eigenmittel von den Waldeigentümern und den Kommunen aufgebracht wurden.

Mit diesen Investitionen wurde ein Wegenetz von rund 415 Kilometer Länge geschaffen, mit dem direkt 15000 Hektar Waldfläche erschlossen sind.

Um noch schwer zugängliche Waldgebiete mit dringend notwendiger Erschließung anzubinden, bleibt der Forstwegebau in den nächsten Jahren ein Aufgabenschwerpunkt am AELF Regen.

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