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Lindenauer Waldweg nimmt Gestalt an

Zugang zu den Wäldern an den Osthängen des Hirschensteins schließt wichtige Lücken in den Achslacher Forsten

waldweg 3Der Bagger, wichtigstes Instrument beim Wegbau, richtet auf der freigeschlagenen künftigen Wegetrasse das Rohplanum an. Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner (v.l.), Revierförster Alfons Scherer und Michael Stiedl von der Firma BiSt Tiefbau verschaffen sich einen Überblick über den Stand des Waldwegebaus "Lindenauer Waldweg" in der Gemeinde Achslach.

Auf diesem Teilstück ist das Rohplanum fertig: In diesem Zustand darf kein Fahrzeug das Planum befahren, es muss den Winter über sitzen, sich festigen und austrocknen. Im nächsten Frühjahr wird die Wegetrasse dann noch geschottert und planiert.

Achslach. Seit 2015 plagen Borkenkäfer, Stürme und Schneebruch in Serie die Wälder und lassen die Eigentümer nicht zur Ruhe kommen. Um das Holz aus dem Wald zu bringen, braucht es aber Wege. Der Lindenauer Waldweg ist ein Gemeinschaftsprojekt. 26 Grundstückseigentümer, die Gemeinde Achslach mit Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner und die Bayerische Forstverwaltung mit dem Revierförster Alfons Scherer ziehen an einem Strang, um mit fast drei Kilometer Neubau über 100 Hektar Wald an den Osthängen des Hirschensteins zugänglich zu machen, teilt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen mit.
Der Freistaat Bayern wird das Wegebauprojekt demnach mit 90 Prozent der Gesamtkosten von über 244000 Euro netto unterstützen. Naturschutz und Wasserwirtschaft wurden mit ihrer Expertise beteiligt und konnten das Vorhaben befürworten. Die Bauträgerschaft übernahm die Gemeinde Achslach, als Bauleiter fungierte Förster Alfons Scherer.
"Insbesondere der Kampf gegen den Borkenkäfer oder die Aufarbeitung von Sturmholz werden durch die Erschließungsmaßnahmen einfacher und vor allem sicherer", sagt Bereichsleiter Stefan Schaffner. Benötigt der Waldbesitzer einen Forstunternehmer für Einschlag und Rückung, muss der Waldbesitzer eine schlechte Erschließung mit höheren Aufarbeitungskosten bezahlen, denn die Arbeit dauert länger, Maschine und Mensch werden mehr beansprucht. Brauchen viele Waldbesitzer zur gleichen Zeit Forstunternehmer, dann müssen Aufträge in unerschlossenen Gebieten oft hintenanstehen.
Grundsätzlich merkt Schaffner an: "Wenn wir zukunftsfähige Wälder haben wollen, die mit dem neuen Klima zurechtkommen, müssen wir mit der Natur wirtschaften". Dazu brauche es Waldbestände mit mehr als vier Baumarten, die gemischt und strukturiert sind, die einen Unter- und Zwischenstand aus kleineren und halbwüchsigen Bäumen haben und eine zahlreiche Vorausverjüngung aus ganz kleinen Bäumchen aufweisen. Eine Grund- und Feinerschließung mit Forstwegen und Rückewegen ist Voraussetzung, denn mit der Natur wirtschaften heißt auf ganzer Fläche immer wiederkehrend eher sehr kleinflächig einzelne Bäume zu entnehmen. Das Waldbild ändert sich so kaum merklich.
Alte Bäume machen immer wieder jüngeren Bäumen Platz, der Wald und seine Struktur bleiben auf den ersten Blick unverändert. Große Kahlflächen entstehen in der Regel nicht mehr. Alleine die Natur wirken zu lassen, funktioniert nicht, denn die Gesellschaft braucht heimisch erzeugtes Holz als Baustoff und als Energieträger.
Sind keine Forstwege im Umfeld der Waldgrundstücke vorhanden, sind gefährliche Situationen für die Waldbesitzer und ihre Mithelfer fast nie vermeidbar, wenn über schlechte Zufahrten das Holz sehr weite Strecken gerückt, gezogen oder im Hänger gefahren werden muss. Zudem sind Schäden am Boden und am Waldbestand oft vorprogrammiert und Ärger mit den Waldnachbarn fast unumgänglich, wenn der eigene Wald nur über dessen Grundstück erreichbar ist. Der Grundsatz für die Waldpflege "mäßig und oft" ist nicht umsetzbar, wenn moderne Waldwege fehlen. Im Ernstfall verzögert sich auch die Notrettung bei Unfällen bei der Waldarbeit entscheidend.
Auch der junge Trend E-Bikes mache das Forstwegenetz im Bayerischen Wald bedeutsamer, denn er erweitert das Radfahren nun auch für viele nicht ganz so sportliche Zielgruppen. Fahrradfahren mit E-Unterstützung wird für viele Menschen auch im bergigen Gelände bewältigbar. Der Bayerische Wald kann bereits mit einem weit verzweigten Netz an Forststraßen aufwarten. Jede neue Forststraße stärkt damit auch den Tourismus.
Dabei appelliert Schaffner an die radfahrenden und wandernden Besucher, sich auch als Gäste im Wald und im Waldeigentum zu benehmen. Forststraßen sind für die Holzabfuhr ausgebaut; selbstverständlich sei, dass hier Fahrzeuge und Forstmaschinen fahren, selbstverständlich, dass Waldarbeiten stattfinden. Entsprechende Absperrungen müssten respektiert werden. Auch sei klar, dass nach Forstarbeiten die Wege noch Spuren aufweisen, die dann aber aus Eigeninteresse der Waldeigentümer wieder instandgesetzt werden, um den Weg zu erhalten. Schaffner wünscht sich einerseits mehr Verständnis von Waldbesuchern für die Belange der Waldeigentümer.
Die Gemeinde Achslach engagiert sich seit 1978 im Waldwegebau. Seitdem wurden in sechs geförderten Wegebauprojekten knapp 15 Kilometer Forststraßen fertiggestellt, die weit über 400 Hektar Waldflächen erschließen. Für Achslachs Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner ist das gemeindliche Engagement eine Notwendigkeit, "um das Gemeindegebiet lebens- und erlebenswert zu entwickeln. Nur so gelingt es, dass unsere Waldbesitzer, Bürger und Besucher unseren Wald nutzen, erhalten und erleben können. Auf den gleichen Flächen und zumeist zur gleichen Zeit".

waldweg2Auf diesem Teilstück ist das Rohplanum fertig: In diesem Zustand darf kein Fahrzeug das Planum befahren, es muss den Winter über sitzen, sich festigen und austrocknen. Im nächsten Frühjahr wird die Wegetrasse dann noch geschottert und planiert. 

−Fotos: Schaffner/AELF     30.11.2020

 

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