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Neues Hotel in Kalteck nimmt Gestalt an

Grundstückseigentümer Siegbert Seitz legt konkrete Pläne vor – Amtliche Genehmigung erteilt

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Das geplante "Gsund-Aktiv-Hotel Kalteck" nach einem Entwurf des Architekturbüros Dreiwerk von Süden her betrachtet. Um unteren Bildrand ist die serpentine Kreisstraße von Bernried her in Richtung Achslach zu erkennen. −Fotos: Seitz, Klotzek

Im Augenblick gäbe es noch eine tolle Filmkulisse ab: Polizisten in Uniform stürmten mit gezogener Pistole auf das Hotel in Kalteck zu, andere Beamte geben ihnen Feuerschutz im Häuserkampf. Doch wenn es nach dem Eigentümer Siegbert Seitz und seinem Gastro-Berater Paul Rettenmeier geht, wird das leerstehende Hotel nicht mehr lange den Deggendorfer Bundespolizisten als Übungsobjekt dienen, sondern muss einem ultramodernen Neubau weichen, dem "Gsund-Aktiv-Hotel Kalteck".

Seit fünf Jahren schon projektiert Siegbert Seitz, ein Spross der ehemaligen Bus-Unternehmerfamilie aus Ruhmannsfelden, das "Cool Kalteck Resort", das er aus seiner Jugend gut kannte. Auch als leidenschaftlicher Langläufer und Mountainbiker war der 59-Jährige in der 750 Meter hoch gelegenen Talebene und um die umliegenden Gipfel Rauher Kulm, Hirschenstein und Vogelsang oft unterwegs.

Zehn Hektar Resortfläche inklusive zwei Skipisten

So erwarb er vor einigen Jahren das alte Hotel samt zwei Skipisten mit Liftanlagen auf einer Grundfläche von rund 94000 Quadratmeter, um dort seine Vision eines Ganzjahres-Sport- und Freizeitresorts zu realisieren. Mountainbiken, Wandern und Joggen im Sommerhalbjahr, Skilanglauf, Skitourengehen sowie Schlitten- und Alpinskifahren im Winter sind dort wunderbar möglich, sofern die notwendige Infrastruktur geschaffen wird. Dazu kommt die spektakuläre Lage, die Blicke sowohl ins Donau- und Isartal bis zu den Alpen ermöglichst und in der Gegenrichtung tief in den Bayerischen Wald hinein.

Nicht nur Siegbert Seitz weiß: "Es ist eine privilegierte Lage." Er spricht von einer besonderen "Tagesablauf-Aktivitätenvielfalt", die von frühaufstehenden Skitourengehern und Wanderern über Langläufer und Schneeschuh-Geher bis hin zu nachmittäglichen Schlittenfahrern auf dem ehemaligen hoteleigenen "Kleinen Skilift" reicht. "Den großen Skihang lassen wir seit einigen Jahren im Herbst mähen, um im Winter Tourenskifahrern eine schöne Schlussabfahrt zu ermöglichen."

Seitz ließ im Vorjahr die alte Pistenraupe herrichten, um im Vorgriff auf einen möglichst baldigen Hotel - und Gastronomiebetrieb am Kleinen Skihang Schlittenfahren zu ermöglichen. Auf der größeren Skipiste – auch dort sind die alten Liftanlagen noch vorhanden – wäre zwar auch Alpinbetrieb möglich, doch müssten zunächst noch offene Grundstücksfragen geklärt werden, berichten Eigentümer Seitz und Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner.

Die Achslacher Rathauschefin steht nach anfänglicher Skepsis mittlerweile voll hinter den Plänen und war aktiv beim Ändern des Flächennutzungsplanes ihrer Gemeinde Achslach (950 Einwohner). Dazu musste die als landwirtschaftliche Nutzfläche mit bestehendem 70-Betten-Hotel ausgewiesene Fläche um das Sondergebiet "SO Hotelanlage/Aktiv- und Freizeitzentrum Kalteck" in einem langen behördlichen Verfahren erweitert werden.

Siegbert Seitz: "Großer Dank gebührt hier dem Gemeinderat Achslach und insbesondere Frau Wittenzellner an der Spitze für ihre 100-prozentige Zustimmung. Nun sei "genehmigt worden, was im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben möglich war", teilt Projektant Seitz mit.

Er hat konkrete Pläne für ein Hotel mit 22 Appartements und Suiten komplett aus Holz sowie drei Chalets und eine Biker-Hütte für Gruppen. Dazu sollen Parkplätze (auch mit E-Ladesäulen), Gastronomie für innen und außen, Naturspielplatz, Bike-Verleih und ein kleiner See geschaffen werden. Rund 70 Betten soll das Gsund-Aktiv-Hotel insgesamt einmal haben, so viele wie einst das Hotel Kalteck hatte. Seitz macht keinen Hehl daraus, dass er gerne weitaus mehr Betten ausgewiesen hätte (weshalb sich das Verfahren auch so in die Länge zog), doch räumt er mittlerweile selbst ein: "Für eine größere Lösung ist die Wasserversorgung der limitierende Faktor."

Das bestätigt auch Rathauschefin Gaby Wittenzellner: "Wir beziehen in der Nähe aus eigenen Quellen das Trinkwasser für die ganze Gemeinde und mehr als für die 70 Betten können wir einfach nicht garantieren, solange wir keine neuen Quellen gefunden haben."

Ausdauersportler Seitz hat allerdings schon bisher einen langen Atem bewiesen und deutet an, dass er auf seinem Grund eine Quelle vermutet, die zusammen mit einer intelligenten Brauchwasserlösung durch eine große Zisterne vielleicht doch noch eine höhere Bettenzahl ermöglichen könnte.

Zehn Millionen Euro müssten investiert werden

Dennoch: Aktuell besteht die Chance, die vom Architekturbüro Dreiwerk (Spiegelau) entworfenen Pläne für ein Hotel mit eigener Dachform (um es unverwechselbar zu machen) samt moderner Infrastruktur an dieser außergewöhnlichen Örtlichkeit umzusetzen. Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner spricht von einer "Goldgrube", die sich einem potenziellen Investor und Hotelbetreiber (Siegbert Seitz: "Ich führe Gespräche mit mehreren Interessenten") auftun könnte.

Indes: Nicht nur Corona bremst die Umsetzung. Bevor es ans Bauen (und dann ans Verdienen) geht, müsste namhaft investiert werden. Siegbert Seitz spricht von etwa zehn Millionen Euro, mit denen sich die genehmigten Pläne zügig umsetzen ließen. Bis es soweit ist, kann die Bundespolizei Deggendorf also noch öfter ihre Beamten zum Häuserkampftraining nach Kalteck schicken.

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20.03.2021 Jörg Klotzek Redaktionsleiter

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