108 Jahre Erfahrung gehen in Rente

 

Verabschiedung und Würdigung der fünf ausgeschiedenen Gemeinderäte

 

12.05.2026| 

0f8dca4775dc-29-138295462Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner bedankte sich bei den ausgeschiedenen Gemeinderäten Johann Helmbrecht (von links), Helmut Fischer, Johann Gruber, Kurt Aichinger und Robert Naumann.  − F.: Kramhöller

 

Achslach. Mit Engagement, Tatkraft und Zuverlässigkeit haben sie die Gemeindepolitik in Achslach jahrzehntelang geprägt und wichtige Projekte und Maßnahmen auf den Weg gebracht. Mit den fünf ausgeschiedenen Gemeinderäten, die zu Beginn der ersten Sitzung des neuen Gremiums verabschiedet wurden, sind insgesamt 108 Jahre kommunalpolitische Erfahrung in den Ruhestand gegangen. 30 Jahre gehörte Kurt Aichinger dem Gemeinderat an, bei Johann Helmbrecht und Helmut Fischer waren es jeweils 24 Jahre. Johann Gruber saß 18 Jahre am Ratstisch, Robert Naumann amtierte zwölf Jahre.

 

Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner hatte für jeden eine längere Laudatio verfasst. „Ihr habt Rückhalt gegeben, sehr gute Zusammenarbeit ermöglicht und wichtige Grundlagen geschaffen, auf die wir aufbauen können“, fasste sie zusammen. Miteinander und füreinander sei vieles gestaltet und bewegt worden, beispielsweise beim Breitband-Ausbau, der Ausweisung von Baugebieten, Sicherung der Wasserversorgung, Sanierung von Gemeindestraßen, Erweiterung des Kindergartens oder beim Kauf des neuen Feuerwehrfahrzeuges. Die Entscheidungen seien gut durchdacht gewesen, hätten die Gemeinde finanziell oft an Grenzen, aber letztlich immer zum richtigen Weg geführt.

Wittenzellner begann mit dem dienstältesten Mitglied Kurt Aichinger (CSU). Als junger Mann habe er sich bereits 1996 der Verantwortung gestellt. In den folgenden 30 Jahren sei ihm das Gemeinwohl stets ein großes Anliegen gewesen. Kurt Aichinger habe sich in Ausschüssen sowie als Jugendbeauftragter engagiert und die Geschicke der Gemeinde mitgetragen. Ein Höhepunkt sei 2015 die 900-Jahr-Feier von Achslach gewesen, als er als Mitglied des Festausschusses maßgeblich zum Gelingen eines wunderbaren Festes beigetragen habe. Die besonderen Verdienste von Kurt Aichinger wurden mit einer Landkreis-Ehrung und der Achslacher Bürgermedaille in Gold gewürdigt.

Dass die Stimme von Johann Helmbrecht (CSU) seit 2002 im Gemeinderat stets Gewicht hatte, stellte die Bürgermeisterin heraus. Eine Periode, von 2008 bis 2014, war er 3. Bürgermeister. Helmbrecht habe sich vor allem im Rechnungsprüfungsausschuss sowie im Grundstücks- und Bauausschuss eingebracht. 2023 habe er von Ministerpräsident Markus Söder ein Ehrenzeichen erhalten als Organisator und Autor der „Chronik 900 Jahre Achslach“, sowie für seine Arbeit zur Digitalisierung des Archivmaterials und zum Aufbau einer antiquarischen Heimatsammlung. „Johann Helmbrecht hat mit klarem Blick aufs Wesentliche viele Sachen hinterfragt, auf den Punkt gebracht und bei so manchen Entscheidungen kein Blatt vor den Mund genommen“, betonte Wittenzellner.

Ebenfalls 24 Jahre, aufgeteilt in zwei Abschnitte von 1990 bis 2002 und von 2014 bis 2026, fungierte Helmut Fischer (CSU) als Gemeinderat. Der Bauhofneubau 1991 bedeutete seine erste große Herausforderung, dann folgten Flurbereinigung und die Abwasseranlage in Kalteck. Fischer sei immer bestrebt gewesen, die Lebensqualität in der Gemeinde deutlich zu verbessern. Von 2014 bis 2020 habe er als 2. Bürgermeister die Belange mitgestaltet. Seine aufgeschlossene Art und die Gespräche vor und nach den Sitzungen werde man vermissen, meinte die Bürgermeisterin.


Johann Gruber (UCD) war 18 Jahre im Gremium vertreten, in seiner letzten Amtsperiode übernahm er die Aufgaben des 2. Bürgermeisters. Der Grundstücks- und Bauausschuss sei sein Steckenpferd gewesen. Mit Herzblut habe sich Gruber für die Belange der Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Im Kindergarten war er immer gerne gesehen, wenn er mit Werkzeug in der Hosentasche zu kleinen Reparaturen angerückt sei. Seine Erfahrung im Handwerk habe er auf Baustellen und im Gemeinderat eingesetzt. 

Seit zwölf Jahren war Robert Naumann (UCD) Mitglied des Achslacher Gemeinderates. Die Bürgermeisterin lobte sein Fachwissen. Im Grundstücks- und Bauausschuss sei der Malermeister mit fundiertem Sachverstand ein gefragter Mann gewesen. Bei zahlreichen Bauprojekten habe Naumann pragmatische, zielgerichtete und umsetzbare Vorschläge gemacht. Als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses habe er Unterlagen sorgfältig geprüft und Transparenz geschaffen.

Alle fünf ausgeschiedenen Ratsmitglieder hätten zudem die Abwicklung von mehreren Bundestags- und Europawahlen unterstützt. Für diesen Einsatz erhielten Kurt Aichinger, Johann Helmbrecht, Helmut Fischer, Johann Gruber und Robert Naumann im Jahr 2021 vom damaligen Innenminister Horst Seehofer eine Ehrennadel mit Urkunde. „Mit eurer Arbeit habt ihr die Gemeinde geprägt, bleibt uns als Vorbilder erhalten“, schloss Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner die Verabschiedung mit besten Wünschen für die Zukunft. Alle fünf versicherten, dass ihnen die Arbeit im Gemeinderat viel Freude bereitet habe. An das neue Gremium appellierten sie, offen und ehrlich miteinander umzugehen, um mit Zusammenhalt die kommenden Aufgaben zu bewältigen. 
 

 

− kr