Achslach/Lindenau. Zur Jahreshauptversammlung hat der VdK-Ortsverband Gotteszell-Achslach seine Mitglieder in das Gasthaus Kraus nach Lindenau eingeladen. Auf der Tagesordnung stand die Neuwahl der Vorstandschaft.
Ortsvorsitzender Franz Wagner freute sich, neben zahlreichen Mitgliedern auch mehrere Ehrengäste begrüßen zu dürfen. Unter ihnen waren Gotteszells Bürgermeister Josef Saller, dessen Stellvertreter und Behindertenbeauftragter der Gemeinde, Walter Kilger, Achslachs Zweite Bürgermeisterin Nicole Meinzinger sowie VdK-Kreisgeschäftsführer und Kreis-Behindertenbeauftragter Helmut Plenk und VdK-Kreisvorstandsmitglied Petra Englmeier.
Franz Wagner bleibt VdK-Chef
Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbandes Gotteszell-Achslach
30.07.2026|
Die neue Vorstandschaft mit den Ehrengästen: Josef Saller (von links), Martin Peter, Robert Liebl, Josef Esterl, Rudolf Jacke, Franz Wagner, Ludwig Aigner, Walter Kilger, Petra Englmeier, Mathilde Michl, Hannelore Aigner, Nicole Meinzinger, Nikolaus Hönig, Christl Knoll, Heidi Kronschnabl und Helmut Plenk. − Foto: Jessie Haimerl
Nach einer Schweigeminute für die verstorbenen Mitglieder ergriffen Josef Saller, Helmut Plenk und Nicole Meinzinger das Wort. Saller lobte das soziale Engagement des Sozialverbandes VdK und stellte auch die Wichtigkeit einer sozialen Institution wie den Sozialverband VdK heraus. Er wünschte dem Vorstandsteam für die Zukunft alles Gute. VdK-Geschäftsführer Helmut Plenk blies ins selbe Horn und betonte die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Achslachs 2. Bürgermeisterin Nicole Meinzinger konnte als VdK-Mitglied gleich nach dem Grußwort gewonnen werden. Selbstverständlich, so ihre Worte, unterstütze sie so eine aktive Institution wie den VdK, was Plenk sichtlich freute.
Nach den Berichten der Vorstandschaft samt Kassenbericht übernahm Plenk die Sitzungsleitung für die Neuwahlen. Zuvor dankte er noch der gesamten Vorstandschaft für die geleistete hervorragende ehrenamtliche Arbeit. Die gute Kassenführung wurde von Seiten der Buchhaltung des Kreisverbandes Arberland sehr gelobt. Da es zum Kassenbericht und dem Bericht des Vorsitzenden keine Einwände gab, wurde die bisherige Vorstandschaft einstimmig entlastet.
Bei den Neuwahlen fungierte Helmut Plenk als Wahlleiter, Nicole Meinzinger und Josef Saller waren Beisitzer. Die Wahl wurde per Akklamation durchgeführt und alle vorgeschlagenen Kandidaten wurden einstimmig gewählt (Ergebnisse siehe unten).
Danach begann der Betreuungsabschnitt der Versammlung durch Helmut Plenk, der über Pflege sowie die Patientenverfügung in Verbindung mit der Notfallmappe des Landkreises Regen sehr ausführlich referierte.
Der Sozialexperte wartete mit vielen Zahlen auf, die zeigten, dass bei 80 Millionen Einwohnern in Deutschland rund 7,8 Millionen schwer behindert mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent sind. Im Landkreis Regen liege der Anteil noch höher und betrage über zehn Prozent der Landkreisbevölkerung. Das gebe Anlass zum Handeln. Der Referent wies darauf hin, dass jede Behinderungsart einen anderen Pflegestandard benötige. Plenk appellierte an die Anwesenden, sich bereits in gesunden Tagen mit der eigenen Pflegesituation auseinanderzusetzen. „Wie geht es weiter, wenn ich pflegebedürftig werde? Gibt es Kinder oder Angehörige, die helfen können? Möchte oder muss ich in ein Pflegeheim? Was kostet ein Heimplatz? Wer trägt die Kosten?“, gab er als Denkanstöße mit auf den Weg.
Der VdK-Geschäftsführer ging auch darauf ein, wann Kinder die Kosten für einen Heimplatz der Eltern zahlen müssen und wies darauf hin, dass Kurzzeit- und Tagespflegeplätze derzeit rar seien, obwohl es im Landkreis Regen 16 Senioren- und Pflegeheime gebe. Plenk sprach auch die Pflegeroboter an, meinte aber „g’red is g’red“. Er meinte damit, dass eben in der Pflege die Person im Mittelpunkt stehe, die auch stets einen gewissen Zuspruch erfahren müsse. Ein wärmendes Wort oder eine gefühlvolle Geste seien meist genauso wichtig wie die richtigen Medikamente.
Ein breites Thema war auch Demenz. Ein heute geborenes Mädchen habe eine Lebenserwartung von 102 Jahren. Mit steigendem Alter erhöhe sich auch die Gefahr einer Demenzkrankheit, konstatierte Plenk. Er schilderte den besonderen Umgang mit Demenzkranken. In die Zukunft blickend zeigte er auf, dass im Jahr 2030 jeder dritte Einwohner im Landkreis über 65 Jahre alt sein werde. Er wandte sich da gerade an die junge Generation, auf barrierefreies Bauen zu achten. Schnell könnten selbst junge Leute, etwa nach einem Unfall, das als eine große Erleichterung sehen.
Von Helmut Plenk gab es noch zahlreiche Hinweise auf Hilfsmittel mit denen man eine Behinderung leichter meistern kann. Je nach Pflegegrad gebe es einen einmaligen Zuschuss von bis zu 4000 Euro und einkommensabhängig bis zu 10 000 Euro, über eine Fördermöglichkeit seitens des Freistaates Bayern. Wer einen Umbau oder eine Anschaffung plane, müsse vor Beginn den Antrag auf Bezuschussung stellen, plädierte Plenk eindringlich. Die Wohnberatungsstelle des VdK im Landkreis Regen sei bei der Antragstellung gerne behilflich.
Zum Schluss informierte Plenk über Wissenswertes zur Grundrente, bei der er noch zahlreiche offene Fragen bemängelte. Bei dieser Fülle an Informationen hatten die Zuhörer auch Fragen, die Helmut Plenk auch zwischendurch beantwortete. Nach seinem kurzweiligen Vortrag beantwortete er wie selbstverständlich auch gerne persönliche Fragen der Zuhörer.
Nach dem Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ bedankte sich der neu gewählte Vorsitzende bei den Ehrengästen und seinem Team für ihr Kommen und die geleistete Arbeit für den Sozialverband VdK und schloss die Versammlung. Anschließend wurden noch Erinnerungsfotos mit den Ehrengästen und der neuen Vorstandschaft gemacht.
− vbb
WAHLERGEBNISSE
• 1. Vorsitzender: Franz Wagner;
• Stellv. Vorsitzender: Rolf Jacke;
• Kassier: Martin Peter;
• Schriftführer: Mathilde Michl;
• Vertreterinnen der Frauen: Mathilde Michl;
• Beisitzer: Robert Liebl, Josef Esterl, Ludwig Aigner, Hannelore Aigner, Christl Knoll, Nikolaus Hönig, Heidi Kronschnabl und Franz Batzer.