Wasser, Wohngebiet und Wellnessoase – das sind die Top 3 auf der Prioritätenliste von Gaby Wittenzellner. In ihrer dritten Amtszeit will die Achslacher Bürgermeisterin die entsprechenden Projekte – die Sicherung der eigenen Wasserversorgung, die Realisierung eines neuen Wohngebiets und die Wiederbelebung des Hotel-Areals am Kalteck – weiterverfolgen und im besten Fall abschließen.
Oberhaupt der kleinsten Gemeinde im Landkreis
Die 62-Jährige tritt wieder für die Wählergruppe „Unabhängige Christ-Demokraten (UCD)“ an. Sie ist die einzige Bewerberin um den Posten der ehrenamtlichen Bürgermeisterin der 968-Einwohner-Gemeinde Achslach, der kleinsten Gemeinde im Landkreis. Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger scheinen mit der Arbeit ihrer Bürgermeisterin zufrieden zu sein. „Ja, ich hoffe, dass ich viel richtig gemacht habe“, sagt die Rathauschefin. Viele Projekte seien zusammen mit dem Gemeinderat angepackt worden. Allen voran Maßnahmen rund um die Wasserversorgung.
Ich bin jetzt glücklich, wenn es regnet. Wir brauchen Wasser.
Gaby Wittenzellner, Bürgermeisterin von Achslach
Das Thema Wasserversorgung begleitet Gaby Wittenzellner seit ihrem ersten Tag als Bürgermeisterin und damit seit 2014. „Ich habe vorher nicht gewusst, wie wertvoll Wasser ist“, räumt sie ein. Wenn es geregnet habe, habe sie aufgestöhnt. „Ich bin jetzt glücklich, wenn es regnet. Wir brauchen Wasser. Und auch die Leute brauchen das Wasser. Die, die eigene Brunnen haben, gerade Landwirte“, betont sie. Es habe bereits Jahre gegeben, da sei das Wasser sehr knapp geworden. „Und darum bin ich glücklich, wenn es regnet.“
Eigene Quellen zu sichern ist das langfristige Ziel
Die Gemeinde Achslach, und damit auch Gaby Wittenzellner, will unbedingt am eigenen Wasser festhalten. Dafür wurde schon einiges getan – und es stehen bereits die nächsten Investitionen an. Gaby Wittenzellner hat es in ihrer Amtszeit geschafft, dass die Gemeinde Grundstücke kaufen konnte, um Quellen zu sichern. „Dass ich die Grundstücke gekriegt habe, darauf bin ich stolz“, erklärt sie. Vorher habe Achslach „praktisch keine gesicherte Wasserversorgung gehabt“.
Mir macht mein Amt Spaß.
Gaby Wittenzellner, Bürgermeisterin von Achslach
Zudem wurden neue Wasserleitungen verlegt in öffentlichem Grund, neue Hausanschlüsse hergestellt und ein Brunnen gebohrt oben in Lindenau. Auch ein neuer Standort für einen Hochbehälter in Lindenau wurde gefunden. Bald schon soll mit dem Bau des Hochbehälters begonnen werden.
Neues Wohngebiet mit zwölf Parzellen
Es wird nicht die letzte Baumaßnahme dieser Art sein. Doch gleich auch noch einen zweiten Hochbehälter, dann im Ort selbst, zu bauen, das könne sich die Gemeinde nicht leisten, betont die Bürgermeisterin. Zumal man auf eine mögliche Förderung nicht verzichten wolle.
Doch der Bau der Hochbehälter ist nicht die einzige Großbaumaßnahme in Achslach in den nächsten sechs Jahren. Die Gemeinde will auch ein weiteres Baugebiet mit zwölf Parzellen ausweisen. Ein entsprechend großes Grundstück konnte die Kommune bereits erwerben und auch die Bauleitplanung ist im Gange. In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen werden die Ausschreibungen beschlossen.
Ärger wegen Verzögerung
Doch wie am Schnürchen läuft es nicht. Probleme gebe es mit der Unteren Naturschutzbehörde. Gaby Wittenzellner versteht eigenen Angaben zufolge, dass die Mitarbeiter dort schauen müssen, dass alles passe. Aber manchmal sei es nicht verständlich, dass für viel Geld nach Tieren gesucht werde, was den Bau verzögere.
Auf der anderen Seite, bei der Windkraft, würden Vogelarten, die bislang geschützt waren, herausgenommen. „Das verstehe ich nicht, das sage ich ganz ehrlich. Entweder ist eine Vogelart geschützt oder nicht“, erklärt Gaby Wittenzellner. Ihre Gemeinde wäre bei den Windkraft-Vorranggebieten ganz groß mit dabei. Drei Quadratkilometer der insgesamt 30 Quadratkilometer Fläche der Gemeinde sind laut der Bürgermeisterin ausgewiesen als Vorranggebiet. Sie selbst ist nicht gänzlich gegen Windräder, könnte sich mit ihnen anfreunden, „aber nur, wenn alles passt. Und ganz wichtig ist, dass nichts über die Köpfe der Bürger entschieden wird. Die müssen mitgenommen werden, ansonsten funktioniert das nicht“, betont sie. Letztlich aber hätte die Kommune keinen Einfluss, wenn die Bayerischen Staatsforsten auf ihrem Gebiet Windräder errichten würden.
Gemeinde unterstützt Kalteck-Pläne
Wichtig ist der Bürgermeisterin, dass sich die Windräder nicht negativ auf den Tourismus auswirken. Der liegt Gaby Wittenzellner sehr am Herzen, weshalb sie sehr darauf hofft, dass die jüngst publik gewordenen Pläne der Regener Unternehmer Alexander Penzkofer, das Areal rund um das stillgelegte Berghotel am Kalteck wieder zu beleben, realisiert werden.
Dabei will ihn die Bürgermeisterin zusammen mit dem Gemeinderat und der Verwaltung bestmöglich unterstützen. Das ehrenamtliche Bürgermeisteramt ist für Gaby Wittenzellner nämlich inzwischen zum Vollzeitjob geworden. Ihr Arbeitstag beginnt meist um 5 Uhr morgens. Und endet nicht selten spätabends, nach Sitzungen oder Veranstaltungen. Und dennoch sagt sie: „Mir macht mein Amt Spaß.“ Und deshalb hatte sie sich auch entschieden, nochmal zu kandidieren. Ihre Arbeit bei der Vhs Arberland hingegen hat Gaby Wittenzellner aufgegeben. Dafür wird sie inzwischen daheim in einer neuen Rolle gebraucht – als Oma.














