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Lieb, aber teuer: das eigene Trinkwasser

 

1,4 Millionen Euro für Hochbehälter Lindenau – Kreditaufnahme und Schuldenanstieg - Bürgerversammlung mit 50 Besuchern

 

01.04.2026| 

6663869a154d-29-137105279Rückblick, Vorschau, Finanzbericht, Informationen zu Maßnahmen und Angelegenheiten: Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner begleitete ihre Ausführungen bei der Bürgerversammlung im Gasthof „Zur Post“ mit einer Power-Point-Show. − Foto: Michael Kramhöller

 

Von Michael Kramhöller

 

Achslach. Kostspielige Maßnahmen zur Sicherstellung und zum Ausbau der eigenen Trinkwasserversorgung prägen seit einigen Jahren die Investitionstätigkeit der Gemeinde Achslach. Heuer kommt ein Großprojekt an die Reihe mit der Errichtung des neuen Hochbehälters nahe der Ortschaft Lindenau, wofür 1,4 Millionen Euro bereitgestellt werden müssen. Die staatliche Förderung fällt bescheiden aus. „Aktuell können wir lediglich einen Zuschuss von rund 180 000 Euro über die Härtefallschwelle 2 einplanen“, beklagte Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner bei der Bürgerversammlung im Gasthof „Zur Post“, die mit fast 50 Besuchern eine gute Resonanz fand.

 

Da die Wasserversorgung zu den kostendeckenden Einrichtungen der Kommunen zählt, müssen die gemeindlichen Ausgaben auf die angeschlossenen Haushalte umgelegt werden: mit Verbesserungsbeiträgen, mit höheren Gebühren oder einer Mischung aus beiden Varianten. Die Bürger werden also zur Kasse gebeten – allerdings frühestens 2028. Zum Hochbehälterbau, der nach Ostern startet und Ende des Jahres fertiggestellt sein soll, erläuterte Wittenzellner die beiden Großaufträge, die der Gemeinderat kürzlich vergeben hat: Baumeisterarbeiten für 672 000 Euro und Anlagenbau für 695 000 Euro.

Zur Neukalkulation der Wasser- und Abwassergebühren, die turnusgemäß 2027 fällig wäre, sagte die Bürgermeisterin, dass diese Berechnung erst ein Jahr später vorgenommen werde. „Wir müssen abwarten, bis die Schlussrechnung zum Hochbehälterbau vorliegt, um dann die tatsächlichen Kosten umlegen zu können“. Vor der Entscheidung des Gemeinderates zu Verbesserungsbeiträgen oder höheren Verbrauchsgebühren kündigte die Rathauschefin eine Infoveranstaltung oder eine gesonderte Bürgerversammlung an. Bei Härtefällen werde man eine Lösung finden, versprach Wittenzellner. Zur Finanzierung des Projekts müsse die Gemeinde in Vorleistung gehen, durch die dafür benötigten Kredite werde der Schuldenstand – derzeit 770 000 Euro, 794 Euro pro Einwohner – kräftig ansteigen.

Breiten Raum widmete Gaby Wittenzellner dem Kindergarten St. Jakob. Die Aufnahmeerlaubnis gelte für 60 Kinder, aktuell würden 53 Buben und Mädchen von sieben pädagogischen Mitarbeiterinnen betreut. Und zwar hervorragend betreut, lobte die Bürgermeisterin, wie sie beispielsweise für die Vorschulgruppe bei einem Lesewettbewerb an der Grundschule Gotteszell als Jury-Mitglied festgestellt habe. Zur Kindergarten-Finanzierung erläuterte sie die Einnahmen (558 800 Euro) und Ausgaben (722 500 Euro), sodass sich 2025 ein Defizit von 163 700 Euro ergeben habe.

Untergebracht ist der Kindergarten im alten Schulgebäude, in dem ständige Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Gemeindechefin berichtete, im Vorjahr seien 23 Fenster (24 000 Euro) und die Holzverschalung an der Südseite (8000 Euro) erneuert worden. Heuer habe man den Bau einer Begrenzungsmauer (etwa 11 000 Euro) durchgeführt; demnächst sei die Erneuerung der Blechdacheindeckung vorgesehen. „Wir werden alles tun, um unseren Kindergarten zu erhalten“, bekräftigte Wittenzellner.

Zum neuen Baugebiet an der Vogelsangstraße erläuterte sie den aktuellen Sachstand. Auf dem gut 10 000 Quadratmeter großen Grundstück, dessen Baumbestand abgeholzt wurde, seien zwölf Parzellen vorgesehen. Allerdings befinde sich die Ausweisung immer noch in der Planungsphase, da die Naturschutzbehörde eine artenschutzrechtliche Prüfung gefordert habe. „Dadurch entstehen uns Mehrkosten von rund 12 000 Euro und mit der Erschließung kann erst 2027 gestartet werden“, monierte die Bürgermeisterin. Die Beobachtungen und Untersuchungen zum Artenschutzgutachten hätten begonnen und würden bis Ende Oktober dauern, ergänzte Wittenzellner.

Kurze Informationen gab es zu weiteren Maßnahmen und Angelegenheiten: zur Entwicklung im Tourismus mit einem leichten Rückgang der Übernachtungen 2025, zur überfälligen Reinigung des Schönungsteiches mit Klärschlammentsorgung (Kosten 33 600 Euro), zur heuer beschlossenen Gebührenanhebung im Bestattungswesen und der Errichtung einer weiteren Urnengräberreihe, zum neuen Stromliefervertrag (jetzt Stadtwerke Bogen), zur kommunalen Wärmeplanung über die ILE Donau-Wald („für eine weit verzweigte Gemeinde wie Achslach kaum realisierbar“) und zu den kürzlich präsentierten Planungen für eine neue Hotelanlage in Kalteck, wofür „eine gesicherte, private Wasserversorgung das A und O ist“.

Zu guter Letzt erinnerte Gaby Wittenzellner an einige gesellschaftliche Ereignisse wie die 30-Jahr-Feier des Kindergartens, die schon bestens etablierte Dorfweihnacht, den Gewinn des Ehrenpreises beim Zwieseler Fink durch den Achslacher Kinder- und Jugendchor unter Leitung von Thomas Hödl, und den Pastoralbesuch von Bischof Rudolf Voderholzer. Da einige Zuhörer die von der Gemeindechefin angebotene Möglichkeit zu Zwischenfragen nutzten, erübrigte sich eine abschließende Diskussion.

Zu Beginn ihrer Ausführungen hatte die Bürgermeisterin jede Menge Zahlen, Daten und Fakten zur Finanzpolitik der Gemeinde präsentiert. Die meisten Angaben zu Einnahmen und Ausgaben stammen aus dem Haushaltsjahr 2025. Falls bekannt, präsentierte Wittenzellner aktuelle Zahlen.
 

Die Einnahmen

 Schlüsselzuweisung: 112 744 Euro, Grundsteuer A: 21 500 Euro, Grundsteuer B: 100 200 Euro, Gewerbesteuer: 420 100 Euro, Einkommensteuer-Anteil: 695 200 Euro, Umsatzsteuer-Anteil: 23 200 Euro, Hundesteuer: 2370 Euro, Konzessionsabgabe: 23 150 Euro, Zuschüsse für Straßenunterhalt/Winterdienst: 48 250 Euro, Kanalgebühren: 70 500 Euro; Wassergebühren: 158 600 Euro, Investitionspauschale: 110 000 Euro, Feuerwehrkostenerstattungen: 5450 Euro, Breitbandförderung: 27 000 Euro.
 

Die Ausgaben

Personalkosten: 593 200 Euro, Straßenunterhalt/Bewirtschaftung von Grundstücken und Gebäuden: 54 000 Euro, Haltung von Fahrzeugen: 46 700 Euro, Verwaltungs- und Betriebsaufwand: 171 000 Euro, Umsatz-/Vorsteuer: 19 600 Euro, Zinsen: 19 700 Euro, VG-Umlage: 217 800 Euro, Kreisumlage: 718 700 Euro, Schulumlagen (insgesamt 65 Kinder): 189 000 Euro.