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Aufgeschobenen Kredit abgerufen

 

Finanzierung des Hochbehälterbaus Lindenau: 706 000-Euro-Darlehen beschlossen

 

16.06.2026| 080f2a0d7312-29-139381170Die Rohbau-Arbeiten für das Funktions- und Technikgebäude des neuen Wasserhochbehälters Lindenau verlaufen plangemäß. Zur Finanzierung des Großprojekts braucht die Gemeinde in diesem Haushaltsjahr einen Kredit von 706 000 Euro. − Foto: Michael Kramhöller

 

Von Michael Kramhöller

 

Achslach. Seit zwei Monaten laufen die Arbeiten beim bislang teuersten Hochbauprojekt der Gemeinde Achslach. Für die Errichtung des neuen Wasserhochbehälters nahe der Ortschaft Lindenau muss die kleine Kommune tief in die Tasche greifen, da für die Maßnahme, die rund 1,5 Millionen Euro kostet, eine Förderung von nur 180 000 Euro in Aussicht gestellt ist. Inzwischen sind die ersten Abschlagsrechnungen bezahlt und das Konto der Gemeinde ist leer. Deshalb hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 706 000 Euro beschlossen.

Kredit läuft über 50 Jahre

Dieser Betrag war bereits im Haushalt 2023 eingeplant und ist dann in die Etats von 2024 und 2025 mitgenommen worden. Da sich die Hochbehältermaßnahme verzögert hatte und erst heuer in Angriff genommen wurde, stehen die 706 000 Euro noch zur Verfügung. Die kommunalaufsichtliche Genehmigung der Darlehensaufnahme wäre am Jahresende 2026 abgelaufen. 

Die Finanzabteilung der VG Ruhmannsfelden hatte für den benötigten Kredit zwei Angebote – bei der Sparkasse Regen-Viechtach und der VR GenoBank Donauwald – eingeholt. Das Gremium entschied sich für die günstigste Offerte der Sparkasse: volle Auszahlung der 706 000 Euro mit einem Zinssatz von 3,314 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren. Allerdings kann die Gemeinde nur eine vierteljährliche Tilgungsrate von 3500 Euro schultern, sodass sich für diesen Kredit eine sehr lange Laufzeit von 50 Jahren ergibt. Über diese Dauerbelastung und die Möglichkeiten von Reduzierungen wurde im Gremium geraume Zeit diskutiert, zumal man zur Finanzierung des neuen Hochbehälters vermutlich noch ein weiteres Darlehen braucht.

 

Zu mehrmals angesprochenen Sonderzahlungen hatte die Sparkasse in ihrem Kreditangebot angeführt, dass „optionale Sondertilgungen nicht eingeräumt werden können“. Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner erkundigte sich tags darauf beim Geldinstitut und teilte mit, dass es nur eine Möglichkeit gäbe: Die Gemeinde könne nach dem Ablauf der fünfjährigen Zinsbindung den verbliebenen Betrag nur in voller Höhe, also rund 630 000 Euro, zurückzahlen.

Bei der Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung im Bereich Wasserversorgung, die im Dezember 2023 vorgenommen wurde, hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Irrtümlich waren die Beiträge für Grund- und Geschossflächen aus der Satzung des Jahres 2007 übernommen worden. Gültig gewesen wäre die 2013 erlassene Änderungssatzung. „Ein Formfehler. Abgerechnet wurde aber richtig, sodass keine finanziellen Folgen entstanden sind“, betonte Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner. Der Korrektur der Beiträge in der Wasserabgabesatzung stimmten die Ratsmitglieder zu: pro Quadratmeter Grundstückfläche sind es 0,91 Euro (statt 0,51 Euro) und pro Quadratmeter Geschossfläche 3,80 Euro (statt 1,53 Euro).
 

Noch kein Seniorenbeauftragter

Zurückgestellt hat auch das Achslacher Gremium die Auftragsvergabe zur Neukalkulation der gemeindlichen Entwässerungs- und Wasserversorgungseinrichtungen. Wie in der Nachbargemeinde Zachenberg soll zuerst abgeklärt werden, ob man für die Vorausberechnungen wieder ein externes Fachbüro einschaltet oder die Verwaltung der VG Ruhmannsfelden die Kalkulation ausarbeiten kann. Der dreijährige Turnus der bisher geltenden Abwasser- und Wassergebühren läuft am 1. Januar 2027 aus. 

Noch nicht fündig geworden ist Achslach bei der Suche nach einer Person für den Posten des Seniorenbeauftragten. Der ehemalige 2. Bürgermeister Johann Gruber erteilte der Rathauschefin eine Absage. Daher wurde in der Sitzung die Besetzung des Ehrenamtes vertagt. Bürgermeisterin Wittenzellner zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass sie in Kürze eine Seniorenbeauftragte oder einen Seniorenbeauftragten präsentieren kann.

In ihrem längeren Bericht über aktuelle Angelegenheiten erwähnte die Gemeindechefin zuerst die feierliche Ehrung für Konrad Edenhofer sen. für 40 Jahre verdienstvolles Wirken als Feldgeschworener in der Gemeinde Achslach (VBB berichtete). Sie bedankte sich bei der Gemeinde Zachenberg für die Überlassung des Raumes im Waldlerhaus und bei Fannerl Schnelldorfer für die Vorbereitung. Weitere Dankesworte gingen an die Sparkasse Regen-Viechtach, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Regen wieder das Projekt „Englisch Playtime“ im Kindergarten Achslach durchgeführt und die vollständigen Kosten von 669 Euro übernommen hat.

Der Bayerische Ministerpräsident zeichnet wieder ehrenamtlich tätige Männer und Frauen aus, die sich besondere Verdienste erworben haben. Die Bürgermeisterin ersuchte um Vorschläge für 2026/2027. Bei der Aktion „World Cleanup Day“ zur Aktivierung von Bürgerinnen und Bürger zur gemeinsamen Müllreduzierung mit Kommunen könnten Registrierungen unter www.worldcleanupday.de/mach-mit/meldebogen vorgenommen werden. Schließlich übermittelte die Rathauschefin die Einladung zum 52. Achslacher Sport- und Sommerfest, das von 26. bis 28. Juni stattfindet und in dessen Rahmen der ausrichtende Sportverein sein 60-jähriges Bestehen feiert.

In nicht öffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat den Auftrag für die Böschungsmäharbeiten vergeben. Zum Zuge kam die Firma Konrad Tremmel aus Prackenbach zum Angebotspreis von 6160 Euro netto für die bereits erfolgte Frühjahrmahd und die Herbstmahd.