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Einbußen und keine Zuführung

 

Jahresabschluss 2025 mit Defiziten in fast allen Bereichen

 

19.08.2026| 

 

Achslach. Die finanzielle Schieflage, in die die Gemeinde Achslach im laufenden Haushaltsjahr geraten ist, hatte sich schon beim Abschluss des Rechnungsjahres 2025 angedeutet. So konnte keine Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt erwirtschaftet werden. Zum Ausgleich des Etats mussten sogar noch 1600 Euro dem Vermögenshaushalt entnommen werden – bei diesem Posten ergab sich bei einem Haushaltsansatz von 61 400 Euro ein Minus von 63 000 Euro gegenüber dem geplanten Zuführungsbetrag. Auch der Rückgang bei der Gewerbesteuer machte sich in der Bilanz stark bemerkbar. Die Einnahmen von 444 047 Euro blieben um 145 953 Euro unter der Haushaltskalkulation.
 

Im Jahresabschluss 2025 schlägt der Verwaltungshaushalt mit 2,747 Millionen Euro zu Buche. Beim Vermögenshaushalt sind lediglich 420 308 Euro zusammengekommen, die Erklärung für den niedrigen Betrag: Im Etat des Vorjahres war der Bau des Wasserhochbehälters Lindenau mit Kosten von rund 800 000 Euro enthalten, doch dieses Großprojekt konnte erst heuer in Angriff genommen werden. Zur Finanzierung des Haushaltes 2025 war eine Rücklagenentnahme von 222 000 Euro notwendig.

Im Verwaltungshaushalt halten sich die Mehreinnahmen und Mehrausgaben bei Betriebskosten für den Kindergarten (rund 28 000 Euro), bei Abschreibungen auf Anschaffungs- und Herstellungskosten (rund 25 000 Euro) sowie bei der Verzinsung des Anlagekapitals (rund 19 000 Euro) in etwa die Waage. Erwähnenswert bei den Mehreinnahmen sind die 18 000 Euro bei der Einkommensteuer. Wesentlich stärker ins Gewicht fallen zwei Posten bei den Mindereinnahmen: Umsatzsteuerrückvergütung vom Finanzamt mit 121 300 Euro und Gewerbesteuer mit 145 953 Euro.

Unterm Strich ergab sich eine größere Differenz zwischen den Mehreinnahmen von 123 500 Euro und den Mindereinnahmen von 278 300 Euro. Bei den Mehrausgaben des Verwaltungshaushaltes wurde eine Gesamtsumme von 114 000 Euro errechnet. Demgegenüber standen Minderausgaben von 205 800 Euro, wobei die Umsatzsteuer mit 126 342 Euro den weitaus größten Anteil ausmachte. 

Im Vermögenshaushalt hatten die Mehreinnahmen (31 Euro) und die Mehrausgaben (5130 Euro) nur geringe Auswirkungen auf den Jahresabschluss. Weniger Einnahmen als erwartet verzeichnete die Gemeinde bei der Breitbandförderung (minus 27 000 Euro) und bei der Zuführung vom Verwaltungshaushalt (minus 61 400 Euro). Ohne den nicht benötigten Kredit für den Hochbehälterbau in Höhe von 675 000 Euro kamen Mindereinnahmen von 97 900 Euro zusammen.

Wenn bei den Minderausgaben die 697 000 Euro für das Wasserreservoir nicht berücksichtigt werden, beläuft sich die Endsumme auf 116 200 Euro. Mehr als 10 000 Euro sind angefallen bei der Abwasserbeseitigung (insgesamt 27 000 Euro) sowie bei Baunebenkosten für den Hochbehälter und das Wohngebiet Vogelsangstraße (jeweils 15 000 Euro).

Beim Blick in die einzelnen Abschnitte des Verwaltungshaushaltes fallen drei größere Defizite ins Auge: 163 676 Euro bei Kinderbetreuung/Kindergarten, 143 000 Euro bei Gemeindestraßen/Bauhof, 77 581 Euro bei Abwasserbeseitigung. Die weiteren Minusbeträge: 25 425 Euro beim Feuerlöschwesen, 21 732 Euro bei Bestattungswesen/Friedhof, 10 639 Euro beim Fremdenverkehr, 9943 Euro bei Straßenbeleuchtung und 403 Euro bei der Wasserversorgung.

Das Investitionsvolumen 2025 der Gemeinde Achslach betrug 383 500 Euro, an Einnahmen in Form von Zuweisungen wurden nur 65 000 Euro verbucht. Der Schuldenstand verringerte sich von 804 907 Euro auf 769 793 Euro (794 Euro pro Einwohner). Der Gemeinderat nahm in der letzten Sitzung vor der Sommerpause den Rechnungsabschluss zur Kenntnis und genehmigte die Haushaltsüberschreitungen von insgesamt 119 203 Euro. Die Jahresrechnung 2025 wird demnächst genau unter die Lupe genommen vom Rechnungsprüfungsausschuss des Gremiums mit den Gemeinderäten Matthias Oischinger (Vorsitzender), Franz Kraus, Christian Mies und Michael Helmbrecht.

Nur eine Formsache war der nachzuholende Entlastungsbeschluss für die Jahresrechnung 2024, bei der die örtliche Prüfung keinerlei Beanstandungen ergeben hatte. Die drei wichtigsten Zahlen: Verwaltungshaushalt mit 3,085 Millionen Euro, Vermögenshaushalt mit 13 865 Euro, Rücklagenstand mit 281 371 Euro. 
 

− kr