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Am Ende gab’s ein einstimmiges „Ja“

 

Erfolgreiches Patenbitten der Burgschützen Schloss Egg bei der Schützengesellschaft Grüner Hang

 

26.08.2026| 

1ff7fb9acf0e-29-142013888Vergeblich versucht haben es nicht nur Brigitte und Thomas Skor, die Kerze auszublasen - er blind mit der Wasserpistole, sie als sehende Helferin.

Von Anneliese Peschl

 

Achslach/Egg. Rund 40 Burgschützen aus Egg haben sich im Bus auf den Weg nach Grün, Achslach, gemacht. Sie wollten bei der Schützengesellschaft Grüner Hang die Zusage einholen, ihnen bei der 165-Jahr-Feier vom 2. bis 4. Juli 2027 als Patenverein zur Seite zu stehen. Begleitet wurden sie von Schirmherr Benedikt Freiherr von Grießenbeck und Bürgermeister Stefan Achatz.

Angeführt von Musiker Malvin Gruber, Fahnenträger Kevin Koller, den Begleiterinnen Katrin Ernst und Melanie Hopf sowie Taferlbub Franz Tauscher jun. zogen die Bittsteller mit Fahnenmutter Hermine Hopf, ihren Schützenmeistern Martin Edenhofer, Jonathan Hopf und Franz Tauscher auf den Platz vor dem Schützenheim. Dort wurden sie vor der ersten „Blockade“ von 1. Schützenmeister Michael Helmbrecht, 2. Schützenmeisterin Heidi Helmbrecht, 3. Schützenmeister Max Penzkofer und Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner sowie von zirka 60 Mitgliedern der Schützengesellschaft empfangen.
 

„I hoff, ihr dat’s uns net arg stark ziacha“, so Schützenmeister Martin Edenhofer in seinem Bittgesuch. „Heit treten wir heran an die Schützengesellschaft Grüner Hang. 165 Jahr duats uns scho geb’n, Gründungsmitglieder dan zwar heit koa mehr leb’n. Aber wia sis g’hört in Niederbayern, tuat ma Jubiläen feiern. Es wär für uns a große Freid, gebt’s ihr uns euer Jawort heit. Ein Höhepunkt vom Fest soit’s sei, ziagt’s ihr mit uns ins Festzelt ei.“ Dass das nicht geht, ohne dass man sich bewähren muss, ist klar: „Sicher wer’n uns Aufgaben g’stellt, am End is ja jetzt grad no net so weit. Mei Verein sagt, i soi a bisserl länger schmatzen, dann habt’s ihr net so vui Zeit, uns zum Tratz’n. Lustig und griabig san’s beim Grüner Hang, des war für uns von großem Belang. I beton es no amoi sehr, dass es uns eine Ehre wär, eure Freundschaft zu erlanga und euch kinna als Paten zu empfanga.“

Und gleich ging es weiter mit einem Loblied auf die Adressaten der Bitte: „Bei eich herin, die reinste Modenschau, sogar da Buagamoasta is a Frau. Und so wia de af eure Festl geht, i glaub, dass de ihr G’schäft versteht. Unsa Gemeinde kann da net mithoit’n, mir hamma iatzat zwar koan Oid’n, aber gegen Frauenglanz und Schimmer, hilft a koa Achatz nimmer.“

Als erstes war gefordert, den umgelegten Maibaum durchzusägen, um sich überhaupt erst annähern zu können. Die erste Säge erwies sich als untauglich, mit der nächsten machten sich die Schützenmeister Edenhofer und Franz Tauscher an die Arbeit, während „Joe“ Hopf die zerlegte Motorsäge einsatztauglich machte. Gemeinsam wurde dann, unter Jubel, die erste Hürde überwunden.

Dann wurde es erst einmal Zeit, dass Schirmherr Benedikt von Grießenbeck das mitgebrachte Holzfass anzapfte und beim Verteilen der Maßkrüge half. 

Einige Tricks waren anzuwenden, um die zweite Aufgabe zu bewältigen. Eine wenige Meter entfernt stehende, brennende Kerze sollte mit Hilfe einer sehr kleinen Wasserspritzpistole gelöscht werden. Mehrere Versuche des Schützen mit Augenblende, die Kerze unterstützt von einer sehenden Hilfsperson auszubekommen, schlugen fehl. Die Flamme wurde kurzerhand händisch gelöscht – denn es war wohl zu viel Zielwasser im Spiel.

Im Schützenheim warteten weitere Prüfungen. Je drei Damen und drei Herren mussten aus einem Eimer mit Kälbernuckel einen Liter Goaßmaß möglichst schnell leeren. Neben Bürgermeister und Schirmherr trauten sich Claudia Edenhofer, Melanie Hopf, Claudia Tauscher und Marcel Edenhofer das zu. Mehr oder weniger gut haben sie es am Ende alle geschafft.

Anschließend ging es darum, welchem der vier locker zusammengestellten Paare, aufeinander auf einer Pumpe sitzend, es am besten gelingt, richtig große Luftballone aufzublasen. Eine Riesengaudi für Akteure und Zuschauer.


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Eine köstliche Nachspeise gab es für Martin Edenhofer, Florian Geist und Albert Winkler: Die, hinter ihnen und einem Vorhang stehenden drei Hopf-Buam – Jonathan, Samuel und Simon – versorgten sie „blind“ mit Götterspeise, Schnaps und Bier.

Lebhaft diskutiert wurde zu den Fragen zu Schützenmeister, Fahnenmutter und Stifter der ersten Fahne aus lange zurückliegenden Zeiten der Burgschützen, die Schützenmeister Penzkofer als Zusatzaufgabe stellte. Teils, weil viele noch viel zu jung waren, um sie beantworten zu können, oder aber wegen der häufig aufgetragenen Schnapsrunden dauerte es oft ziemlich lange, bis die richtige Antwort kam.

Herzlich bedankte sich Schützenmeister Edenhofer bei Bürgermeister Achatz dafür, dass er sich Zeit genommen hatte, diese ganze Gaudi mitzumachen. Ebenso dankte er Schirmherr Benedikt, der eigentlich bei der Weihnachtsfeier zur Übernahme „fast gezwungen werden musste“. 

Sehr schön sei es jedes Mal, zu den Schützen nach Grün zu kommen, so Edenhofer. „Ob es das Herbstfest ist oder das Maibaum-Aufstellen, seit Jahren besuchen wir euch gerne, am Anfang in kleinerem Kreis, aber es werden immer mehr. Man fühlt sich hier wie in einer anderen Welt.“

„Vui zum Locha hat’s heit geb’n, auf unsere Kosten is des g’schehng. Net jede Prüfung ham ma absolviert, iatz schau ma, wos i für a Antwort kriag. Um no amoi ganz formell zur Frage kemma, dat’s ihr de Patenschaft übernemma?“ Schützenmeister Helmbrechts Frage: „Was sagt’s ihr dazu?“ wurde mit einstimmigem „Ja“ beantwortet. Dafür bedankten sich die Burgschützen, unterstützt von ihren Paten, mit tosendem Applaus, sowie einem Erinnerungsgeschenk. 

Auch Bürgermeister Achatz war es ein Anliegen, sich für den sehr schönen Abend zu bedanken. „Es war wirklich wunderbar. Ich weiß, dass wir in Bernried nicht den schönsten Bürgermeister haben. Den habt ihr, mit eurer Bürgermeisterin Gaby. Mich freut es sehr, dass wir eine so schöne Gesellschaft sind, uns so gut verstehen.“

Und weiter stand auf Schützenmeister Edenhofers Zettel: „Und schau i da a wenig in d’Rund’n, lauter Super-Leit ham se da zamg’fund’n. Ihr seid’s lauter griabige Leit, i wünsch eich no a scheene Feier heit.“ Allseits geschwärmt wurde von diesem superschönen Abend und man freut sich schon sehr auf das Gründungsfest im kommenden Jahr.

 

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Freuen sich über den supergut gelungenen Abend: Schirmherr Benedikt von Grießenbeck (v. l.), Heidi Helmbrecht, Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner, Max Penzkofer, Michael Helmbrecht, Martin Edenhofer, Jonathan und Melanie Hopf und Bürgermeister Stefan Achatz. - Foto: Anneliese Peschl