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Vorstellung in Achslach


Visionen mit Haken: Unternehmer aus Regen plant extravagante Hotelanlage am Kalteck

 

20.02.2026| 

 

Michael Kramhöller

 

Variante 1: ein Apartment-Hotel für rund 250 Gäste

Los ging es mit der ersten Variante, einem Apartment-Hotel für rund 250 Gäste. In einen weitläufigen, dreigeschossigen Gebäude-Komplex mit Tiefgaragen sollen kleine Wohnungen, die auch für Familienaufenthalte bestens geeignet sind, eingebaut werden. Glanzstück des Luxus-Resorts ist ein exklusiver Wellness- und Fitnessbereich mit Infinity-Pool und einem großen Schwimmteich im Erdgeschoss. „Kalteck-Urlauber sollen Sommer und Winter mit einem breiten Angebot an Naturerlebnissen verwöhnt werden“, heißt es in der Beschreibung.
 

Variante 2: Anlage mit 20 größeren Chalets

„Diese Pläne werden wir aber höchstwahrscheinlich nicht weiterverfolgen“, sagte Alexander Penzkofer, der die zweite Variante eindeutig favorisiert: eine Anlage mit 20 größeren Chalets und insgesamt nur 88 Betten, einem Hauptgebäude mit Restaurant und Wellnessbereich sowie einem kleinen See. Die Bauweise der Chalets orientiert sich an verschiedenen Themen, vorgesehen sind sechs Baumhäuser, vier Seehäuser, vier Waldhäuser und sechs Sternwarten, deren Lichtkuppeln einen Blick in den Himmel ermöglichen. Penzkofer schwärmte: „Mit der Vereinigung von Natur und innovativem Tourismus, mit den Besonderheiten und einem Alleinstellungsmerkmal kann ein neues Urlauberklientel nach Kalteck gelockt werden“.

 565f0b39ee4a-29-135848298 Die Präsentation des Konzepts übernahmen Firmenchef Alexander Penzkofer (links) und sein Mitarbeiter Benjamin Kurz (Zweiter von rechts). Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner (rechts) und Gemeinderat Robert Naumann hörten aufmerksam zu. - Foto: Michael Kramhöller

 

Den Anwesenden versicherte der Bauunternehmer, dass im Umfeld des Hotels nichts verändert werden soll. Die angrenzenden Parkflächen könnten auch in Zukunft genutzt werden von Wanderern, Langläufern und Naturliebhabern. Ferner wünschten sich mehrere Ratsmitglieder und Besucher, dass Wanderfreunden und Radlern eine Einkehrmöglichkeit geboten wird. Penzkofer befürwortete dieses Anliegen, seiner Meinung nach müsse das Restaurant für alle Feriengäste und Einheimische geöffnet werden.

 

Knackpunkt: die Wasserversorgung

„Das A und O ist eine gesicherte Wasserversorgung“, bekräftigte der Investor. Dahingehend vermeldete Penzkofer einen Lichtblick. Ludwig Troiber, Bauunternehmer mit Firmensitz in Grün und quasi sein Nachbar, bestätigte in der Sitzung, er würde seinem Kollegen eine Quelle überlassen, die sich in einem rund 900 Meter entfernten Waldgrundstück in Richtung Grandsberg befindet. Ob deren Schüttung ausreicht und ob eventuell ein Tiefbrunnen erforderlich ist, soll nun ein Fachmann erkunden.

Alexander Penzkofer brachte den Hydrogeologen Dr. Dieter Raum ins Gespräch, der für die Gemeinde Achslach schon bei der Tiefbrunnensuche für den neuen Wasserhochbehälter Lindenau die entscheidende Vorarbeit geleistet hatte. Da dieser Experte aber nur für Kommunen tätig ist, müsste ihn die Gemeinde beauftragen. „Selbstverständlich werden wir alle Kosten übernehmen“, versicherte Penzkofer, dessen Anliegen das Gremium später befürwortete.

Falls die Quelle geeignet ist und auch wichtige Fachstellen wie Wasserwirtschaftsamt und Naturschutzbehörde eine Genehmigung erteilen, gilt es zu klären, ob der Investor für die Einleitung und Aufbereitung einen eigenen Speicher errichtet oder das Wasser in den gemeindlichen Hochbehälter Kalteck einspeist. „Wenn es so weit ist, werden wir uns zusammensetzen und sicherlich eine gemeinsame Lösung finden“, meinte Alexander Penzkofer. Ähnlich argumentierte Bürgermeisterin Gaby Wittenzellner, die zur Abwasserbeseitigung dem Bauhofmitarbeiter Konrad Edenhofer das Wort erteilte. „Die Kläranlage Achslach ist auf 1300 Einwohnergleichwerte ausgerichtet. Aktuell sind 873 angeschlossen, die Aufnahmekapazität müsste ausreichen“, erläuterte er.
 

Pläne des Vorbesitzers werden nicht weiter verfolgt

„Bisher sind wir beim Projekt Kalteck nur theoretisch unterwegs, jetzt müssen die Hausaufgaben gemacht werden“, bekräftigte Penzkofer, der deswegen zu Detailfragen von Gemeinderäten noch keine Auskünfte erteilen wollte. Nichtsdestotrotz hätten mögliche Hotelbetreiber bereits ihr Interesse bekundet, sodass demnächst die ersten Gespräche geführt werden.

„Nix anfangen“ kann der Unternehmer aus Regen mit den Hotelplänen von Vorbesitzer Siegbert Seitz. Der Gemeinderat hatte im Jahre 2020 dessen abgespecktem Vorhaben mit maximal 70 Betten die Zustimmung erteilt. Ursprünglich wollte Seitz die wesentlich größere 200-Betten-Anlage „Cool Kalteck“ bauen, was aber ebenfalls an der unzureichenden Wasserversorgung gescheitert war. Da er für die genehmigte Version in der Corona-Zeit keinen Betreiber fand, verkaufte Seitz vor einigen Jahren das Hotel – samt umliegendem Gelände und Skilift-Hang mit einer Gesamtfläche von rund 94 000 Quadratmetern – an die Firma Penzkofer.